28. Juni 2022

Stagflation

FLASHREPORT Nr. 3 / 2022

Die Weltwirtschaft wird nach einer Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) in diesem Jahr lang­sa­mer wach­sen. Zeitgleich erwar­tet der IWF eine erhöhte Inflationsrate.

Das gleich­zei­tige Auftreten eines stagnie­ren­den oder rück­läu­fi­gen Wirtschaftswachstums und einer schwin­den­den Kaufkraft wird im Fachjargon als Stagflation bezeich­net. Der Begriff setzt sich zusam­men aus den ökono­mi­schen Bezeichnungen Stagnation und Inflation. Solche länge­ren Phasen gab es zuletzt in den 1970er- und 1980er-Jahren. In beiden Fällen resul­tierte eine Rezession, welche das Preisniveau wiederum entspre­chend anpasste.

Die unkon­ven­tio­nelle Geldpolitik der Zentralbanken in den letz­ten Jahren (Negativzinsen und Anleihekäufe) schie­nen bewährte Instrumente, um defla­tio­nä­ren Tendenzen und einem sich verlang­sa­men­den Wirtschaftswachstum entge­gen­zu­tre­ten. Es zeigt sich nun, wie schon lange und oft gemahnt, die Kehrseite dieser jahre­lang prak­ti­zier­ten Massnahme.

Die von uns seit Anfang Jahr einge­schla­gene Krebs-Gang-Anlagetaktik (zwei Schritte vor, einer zurück) hat, im Quervergleich zu unse­ren Mitbewerbern, zu sehr guten Resultaten geführt. Zwei Herangehensweisen erwie­sen sich an dieser Stelle als beson­ders wert­voll. Einerseits die Verwendung von Risikogefässen als port­fo­lio­über­la­ger­tes Risikomanagement und ande­rer­seits unser akti­ves Vorgehen in Form von takti­schen Positionierungen. 

Aufteilung nach Risikogefässen

Nach unse­rer Ansicht ist es schwie­rig im aktu­el­len Umfeld empi­ri­sche Rückschlüsse aus der Vergangenheit zu ziehen. Unsere ergän­zende Risikomessung nach Risikogefässen haben wir vor drei Jahren einge­führt, da wir glau­ben, dass das klas­si­sche Vorgehen im Risikomanagement nicht das tatsäch­lich impli­zite Risiko eines Portfolios wider­spie­gelt. In der Aufteilung nach Risikogefässen werden histo­ri­sche Zusammenhänge und Verhältnisse (Kovarianz und Korrelation) zwischen einzel­nen Anlageklassen bewusst nicht berück­sich­tigt. Hintergrund dieser Herangehensweise ist die Flut an Liquidität von Seiten der Zentralbanken, mit der die Märkte über die Jahre stark beein­flusst und mani­pu­liert worden sind. Keine Anlageklasse konnte sich dieser Beeinflussung entziehen.

Die Volatilität an den Märkten wird weiter­hin hoch blei­ben, da grosse Unklarheit herrscht, wie sich Wachstum und Inflation unter gege­be­nen Voraussetzungen gegen­sei­tig beein­flus­sen. Das Augenmerk wird auf der Entwicklung der Unternehmensgewinne in den kommen­den Quartalen liegen.

Taktische Anlageallokation Livalor

Die Anleihemärkte haben stark korri­giert, da die Inflation rapid steigt und die Zentralbanken erste und teils drasti­sche Zinserhöhungen einge­lei­tet haben.

Wir gehen davon aus, dass sich die Diskussion nun auf die schwin­den­den Wachstumsaussichten verla­gert und die Inflation als Resultat entspre­chend eindäm­men könnte.

Opportunitäten am Finanzmarkt sehen wir in der Bewertung von fest­ver­zins­li­chen Wertpapieren, welche deut­lich an Attraktivität gewon­nen hat. Der Ausverkauf im Obligationenmarkt war markant und es ist eine Stabilisierung der Renditen zu erwarten.

Eine Aufstockung und höhere Positionierung in Anleihen erscheint uns als sinn­voll. Bargeldbestände, welche über den Verlauf des Jahres auf einem für uns unüb­lich hohen Niveau verharr­ten, werden mit diesem Investment wieder reduziert.

  • Geldmarkt
    Leicht erhöhte Quote.
  • Anleihen
    Nach dem star­ken Renditeanstieg bieten die Anleihenmärkte jetzt wieder attrak­tive Anlagechancen. Vor einer Woche haben wir auf takti­scher Ebene das Portfoliorisiko leicht erhöht, durch den Aufbau von Anleihen mit länge­ren Laufzeiten.
  • Aktien
    Neutrale Allokation.
  • Alternative Anlagen
    Neutrale Allokation.

Disclaimer. Diese Publikation wird von der Livalor Vermögensverwaltung AG, Zürich und Vaduz, heraus­ge­ge­ben und dient ausschliess­lich der allge­mei­nen Information. Sie stellt weder eine Aufforderung, ein Angebot noch eine ausdrück­li­che oder konklu­dente Empfehlung in Bezug auf einzelne Finanzinstrumente, Emittenten, Sektoren, Märkte oder eine Vermögensallokation dar, noch eine Aufforderung zur Vornahme irgend­ei­ner Transaktion. Beispielhaft beschrie­bene Marktmechanismen dienen ausschliess­lich der Veranschaulichung und bezwecken weder die Identifikation noch die Beurteilung bestimm­ter Unternehmen oder Instrumente. Diese Publikation stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar und ist nicht auf die Verhältnisse einzel­ner Empfänger zuge­schnit­ten; vor Anlageentscheidungen empfeh­len wir den Beizug einer quali­fi­zier­ten Fachperson. Durch die Lektüre entsteht kein Kunden- oder Beratungsverhältnis.  Die enthal­te­nen Informationen beru­hen auf Quellen, die wir als zuver­läs­sig erach­ten, ohne dass wir deren Vollständigkeit oder Richtigkeit gewähr­lei­sten. Sie geben den Stand zum Zeitpunkt der Erstellung wieder, können sich jeder­zeit ändern und werden nicht aktua­li­siert. Frühere Marktphasen sind kein verläss­li­cher Indikator für künf­tige Ergebnisse; zukunfts­ge­rich­tete Einschätzungen beru­hen auf Annahmen und sind mit Unsicherheiten verbun­den, sodass tatsäch­li­che Entwicklungen erheb­lich abwei­chen können. Die Livalor Vermögensverwaltung AG und die von ihr verwal­te­ten Portfolios können Positionen in Instrumenten der hier ange­spro­che­nen Art halten. Diese Publikation rich­tet sich nicht an eine bestimmte Rechtsordnung und begrün­det in keiner Rechtsordnung ein Angebot, eine Aufforderung oder die Erbringung von Anlageberatungs- oder Vermögensverwaltungsdienstleistungen. Die Livalor Vermögensverwaltung AG bietet ihre Dienstleistungen ausschliess­lich in Rechtsordnungen an, in denen sie hierzu bewil­ligt ist. Wer diese Publikation abruft oder sich aufgrund davon an uns wendet, handelt aus eige­ner Initiative und ist für die Einhaltung des für ihn gelten­den Rechts selbst verant­wort­lich; eine solche Kontaktaufnahme verpflich­tet uns nicht zur Erbringung von Dienstleistungen. Soweit gesetz­lich zuläs­sig, über­neh­men wir keine Haftung für Schäden, die aus dem Vertrauen auf diese Publikation entste­hen. Eine Vervielfältigung, auch auszugs­weise, bedarf unse­rer vorhe­ri­gen schrift­li­chen Zustimmung.

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