18. September 2019

Frankenstärke

FLASHREPORT Nr. 3 / 2019

In den vergan­ge­nen Monaten hat sich der welt­weite Konjunkturzyklus spür­bar verlang­samt und der Welthandel wurde vom Handelskrieg hart getrof­fen. Wie wird es weiter­ge­hen? Objektiv betrach­tet profi­tie­ren weder die USA noch China von einer weite­ren Eskalation. Der neutrale Betrachter sollte sich jedoch zwei Fakten vor Augen halten:

  1. Rund 350 Millionen US-Bürger können China mit seinen 1,4 Milliarden hart arbei­ten­den Menschen auf Dauer nicht daran hindern, Weltmacht Nr. 1 zu werden – mili­tä­risch, wirt­schaft­lich und geo-poli­tisch.
  2. China wählt seinen Präsidenten auf Lebenszeit, während sich ein US-Präsident alle vier Jahre neu behaup­ten muss. Kein amtie­ren­der US-Präsident kann sich (zumin­dest während des Wahlkampfs) eine schwä­chelnde Wirtschaft leisten.

Diese beiden Faktoren erlau­ben es den Chinesen, eine vergleichs­weise lang­fri­stig ausge­legte Strategie zu verfol­gen und neue Allianzen zu bilden. Dem gegen­über verlangt die zuneh­mend protek­tio­ni­sti­sche Haltung des US-Präsidenten seinen An-hängern eini­ges ab. Resultate und posi­tive Schlagzeilen im Inland sind unab­ding­bar.

Im Westen nichts Neues

Ein wesent­li­cher Teil der Wirtschaftskraft im Westen ist den anhal­tend tiefen Zinsen geschul­det. Sie sind der Motor des Aufschwungs, welcher schein­bar nie zu enden scheint. Hauptprofiteure sind hoch verschul­dete Staaten, Immobiliengesellschaften und Aktionäre. Verlierer sind die Sparer. Diese Entwicklung könnte an Brisanz noch zuneh­men. Wer sagt denn, dass Negativzinsen nicht noch erheb­lich nega­ti­ver werden können? Allerdings werden solche Massnahmen nur dann fruch­ten, wenn der „Ausweg“ Bargeld elimi­niert wird. Mit dem Entscheid der Europäischen Zentralbank vergan­gene Woche, die Einlagen der Geschäftsbanken neu mit 0.5% zu bela­sten, ist die Stossrichtung zumin­dest vorge­ge­ben.

Die zuneh­mende Kaufkraft wird heute nicht durch höhere Löhne gene­riert, sondern durch vermehrte Kreditaufnahmen, weni­ger Spartätigkeit und die Existenz so genann­ter Zombie-Unternehmen. Letztere existie­ren einzig auf Grund ihrer aktu­ell vorteil­haf­ten Verschuldungskonditionen.

Diese Kreditpyramide ist jedoch seit jeher ein fragi­les Pflänzchen. Zu wenig Wasser in Form immer tiefe­rer Zinsen kann leicht zu einer Dürreperiode führen. Aber danach sieht es aktu­ell nicht aus – die Notenbanken liefern prompt und verläss­lich.

Flucht in den siche­ren Hafen

Als „safe haven“-Anlagen werden Investitionen bezeich­net, welche in turbu­len­ten Zeiten ihren Wert behal­ten oder sogar von der Unsicherheit profi­tie­ren. Gold, Staatsanleihen oder auch ausge­wählte Währungen wie der Schweizer Franken sind typi­sche Zufluchtsorte des Geldes. Gerade der Schweizer Franken ist in poli­tisch und wirt­schaft­lich unsi­che­ren Zeiten als Fluchtwährung popu­lär – sogar bei Belastung von Strafzinsen. Investoren aus aller Welt kaufen den Schweizer Franken und inve­stie­ren einen Teil des Geldes in histo­risch betrach­tet defen­sive Schweizer Blue Chips wie Nestlé, Roche und Novartis. Diese drei Schwergewichte waren denn auch die Treiber der Erholung am Schweizer Aktienmarkt.

Drei Riesen ziehen die Schweizer Börse.
Ohne die drei grössten Titel ergibt sich ein deut­lich schlech­te­res Bild, SMIC – ex.

Taktische Anlageallokation Livalor

Anlässlich der letz­ten Sitzung des Anlageausschusses haben wir beschlos­sen, die Allokation in Gold sowie Goldminenaktien zu erhö­hen. Der Goldpreis und damit einher­ge­hend unsere Investitionen haben sich seit­her sehr erfreu­lich entwickelt. Wir glau­ben, dass die Aussicht auf immer tiefere Realzinsen den Goldpreis weiter­hin stüt­zen wird.

  • Geldmarkt
    Hohe Gewichtung im Vergleich zur Strategie.
  • Anleihen
    Allokation am unte­ren Ende der Bandbreite. Im Wissen, dass nega­tive Verfallrenditen durch­aus noch nega­ti­ver werden können, ziehen wir kurze bis mitt­lere Laufzeiten vor.
  • Aktien
    Kein Weg führt aktu­ell an Aktien vorbei. Sie liefern den mit Abstand gröss­ten Renditebeitrag in ausge­wo­ge­nen Portfolios. Übermut wäre jedoch fehl am Platz und wir ziehen eine neutrale Positionierung auf Strategieniveau vor. Nach wie vor sind 25% der Aktienquote in kapi­tal­ge­schützte Produkte inve­stiert.
  • Alternative Anlagen
    Liquide Alternative Anlagen setzen wir als stabi­li­sie­ren­des Element ein, aktu­ell mit einer Übergewichtung. Zusätzlich ausge­baut haben wir die Goldposition – währungs­ge­si­chert.

Disclaimer: Die in diesem Dokument enthal­te­nen Informationen und Ansichten beru­hen auf Quellen, die wir als zuver­läs­sig erach­ten. Dennoch können wir weder für die Zuverlässigkeit noch für die Vollständigkeit oder Richtigkeit dieser Quellen garan­tie­ren. Diese Informationen und Ansichten begrün­den weder eine Aufforderung noch ein Angebot oder eine Empfehlung zum Erwerb oder Verkauf von Anlageinstrumenten oder zur Tätigung sonsti­ger Transaktionen. Interessierten Investoren empfeh­len wir drin­gend, eine quali­fi­zierte Fachperson zu konsul­tie­ren, bevor sie auf der Basis dieses Dokumentes Entscheidungen fällen, damit persön­li­che Anlageziele, finan­zi­elle Situation, indi­vi­du­elle Bedürfnisse und Risikoprofil, recht­li­che und steu­er­li­che Aspekte sowie weitere Informationen im Rahmen einer umfas­sen­den Beratung gebüh­rend berück­sich­tigt werden können. Diese Publikation ist nicht für Personen bestimmt, die einer Rechtsordnung unter­ste­hen, die die Verteilung dieser Publikation verbie­ten oder von einer Bewilligung abhän­gig machen. Personen, in deren Besitz diese Publikation gelangt, müssen sich daher über etwaige Beschränkungen infor­mie­ren und diese einhal­ten.

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