30. Juni 2020

Hochseilakt mit Fangnetz

FLASHREPORT Nr. 2 / 2020

Das radi­kale Eingreifen sowohl von Notenbanken als auch Regierungen rund um den Globus beschwich­tigte die Finanzmärkte nach dem in seiner Geschwindigkeit einma­li­gen Einbruch im März. Weltwirtschaftskrise und Depression konn­ten so wohl verhin­dert werden. Allerdings lassen sich die teils gravie­ren­den wirt­schaft­li­chen und gesell­schaft­li­chen Auswirkungen auch heute noch kaum abschät­zen. Das Bewusstsein, mit globa­len Lieferketten grenz­über­schrei­tende Abhängigkeiten zu schaf­fen, ist für einige Wochen in den Fokus gelangt. Schon bald jedoch dürfte sich diese Entwicklung wieder abschwä­chen und die Preissensitivität der Kunden im Fokus stehen. In der Folge wird sich auch das Rad der Globalisierung weiter drehen.

Spurlos werden jedoch die Ereignisse im Q2/2020 nicht an den Investoren vorbei­zie­hen. Die Staatshaushalte sind arg stra­pa­ziert und anfäl­lig. Eine zweite Welle darf es vor diesem Hintergrund nicht geben, denn staat­li­che Hilfsprogramme, wie wir sie in den vergan­ge­nen Monaten erfah­ren haben, würde es in den näch­sten Jahren kein zwei­tes Mal vertra­gen. Allein die sich auftür­men­den Staatsschulen des letz­ten wirt­schaft­li­chen Stillstands gilt es über Jahrzehnte zu verdauen.

Hinzu kommt, dass sich der USD abschwächt, insbe­son­dere gegen­über dem CHF. Schliesslich sind auch die bis vor kurzem noch unter­stüt­zen­den Zinsvorteile dahin­ge­schmol­zen. Eine für die ameri­ka­ni­sche Exportwirtschaft will­kom­mene Entwicklung, werden doch ihre Produkte im Ausland günsti­ger.

Die Machtzentrale schlecht­hin stel­len jedoch nach wie vor die Zentralbanken dar. Scheinbar unbe­grenzte Mittel stel­len sie der Welt zur Verfügung und halten diese damit am Laufen. Alle Investoren verlas­sen sich auf deren anhal­tende Unterstützung, was immer es auch kosten mag. Eine Zinswende kann sich aktu­ell kaum jemand vorstel­len, denn weder die öffent­li­che Hand noch die priva­ten Investorenwürden einen star­ken Anstieg ertra­gen, denn viel zu hoch ist der nach wie vor wach­sende Schuldenberg zwischen­zeit­lich. Eine Weltwirtschaftskrise bedroh­li­chen Ausmasses würde mit Sicherheit die Folge sein.

Gold

Ein weite­res Indiz für das aktu­ell ambi­va­lente Stimmungsbild liefert der Goldpreis.

Wir sind der Ansicht, dass das posi­tive Stimmungsbild für das Edelmetall bestehen bleibt und sehen diese Entwicklung auch im Zusammenhang mit dem Einsäulen-Prinzip, welches einzig und allein auf die Allmacht der Zentralbanken setzt. Zwar eine wack­lige Angelegenheit, aller­dings auch ein entschlos­se­ner, schüt­zen­der Partner für Investoren. Zudem sind viele Währungshüter zwischen­zeit­lich auch Grossaktionäre, welche kein Interesse an kolla­bie­ren­den Märkten haben.

Einige Marktbeobachter führen die Goldpreisentwicklung auf eine höhere Inflationserwartung zurück, welche durch eine Deglobalisierungswelle ausge­löst werden könnte.

Taktische Anlageallokation Livalor

Unser defen­si­ves Vorgehen unter Einbezug von Kapitalschutzprodukten bis Mitte April 2020 sowie die anschlie­ssen­den Wiederanlagen und takti­schen Anpassungen haben zu einer sehr erfreu­li­chen Outperformance rela­tiv zu unse­rer lang­jäh­ri­gen Peergroup geführt.

Die Interventionen in Billionenhöhe durch Zentralbanken gekop­pelt mit staat­li­cher Unterstützung entspre­chen einer noch nie dage­we­sen Liquiditätsspritze bzw. einem gigan­ti­schen Fiskalimpuls. Wir blei­ben im Schutz der Zentralbanken inve­stiert, halten jedoch einen vergleichs­weise hohen Anteil an Gold und Goldminenaktien.

Insgesamt rech­nen wir mit einer anhal­ten­den Erholung, aller­dings nicht in linea­rer Form und durch­aus beglei­tet von punk­tu­el­len Rückschlägen.

Nachdem wir im Anschluss an die massi­ven Kursrückschläge Aktien leicht über­ge­wich­te­ten, blei­ben wir dieser Taktik treu.

Im Fokus steht auch die Titelselektion, welcher aktu­ell beson­de­res Augenmerk geschenkt werden muss. Wie dünn das Eis sein kann, zeigte jüngst das Beispiel der lange Zeit gefei­er­ten Aktien von Wirecard.

  • Geldmarkt
    Die eher hohe Liquiditätsquote wird beibe­hal­ten.
  • Anleihen
    Wir verfol­gen weiter­hin eine starke Untergewichtung sowie eine kurze Duration.
  • Aktien
    Aktien gelten im Niedrigzinsumfeld als alter­na­tiv­los. Wir sind, rela­tiv zur Strategie, mit einer leich­ten Übergewichtung inve­stiert.
  • Alternative Anlagen
    Seitdem der Goldpreis die bishe­ri­gen zykli­schen Höchststände Mitte April erreichte, konso­li­die­ren die Notierungen des gelben Edelmetalls. Wir halten an unse­rer Allokation fest.

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