2. September 2026

Wenn der Spielraum kleiner wird

FLASHREPORT Nr. 3 / 2026

Die Weltwirtschaft hat sich in den vergan­ge­nen Monaten trotz zahl­rei­cher Belastungsfaktoren insge­samt wider­stands­fä­hig gezeigt. Geopolitische Spannungen, hohe Finanzierungskosten und handels­po­li­ti­sche Unsicherheiten haben die wirt­schaft­li­che Aktivität bislang weni­ger stark beein­träch­tigt als teil­weise erwar­tet. Die Unternehmensgewinne blei­ben solide und umfang­rei­che Investitionen, insbe­son­dere im Technologiesektor, stüt­zen die Konjunktur.

Auch die Finanzmärkte zeigen sich wider­stands­fä­hig. Nach zwischen­zeit­li­chen Rückschlägen haben sich die Aktienmärkte rasch erholt und teil­weise neue Höchststände erreicht. Unterstützt wird diese Entwicklung von soli­den Unternehmensgewinnen und der Erwartung, dass sich die Konjunktur trotz bestehen­der Belastungsfaktoren behaup­ten kann.

Das wirt­schaft­li­che Umfeld bleibt dennoch anspruchs­voll. Während der Inflationsdruck in der Schweiz vergleichs­weise gering ist, hat er inter­na­tio­nal zwar nach­ge­las­sen, ist aber nicht voll­stän­dig verschwun­den. Auch die lang­fri­sti­gen Zinsen bewe­gen sich in vielen wich­ti­gen Volkswirtschaften weiter­hin auf hohen Niveaus. Neue Inflations- und Konjunkturdaten können daher weiter­hin zu deut­li­chen Verschiebungen der Zinserwartungen führen.

Hinzu kommt ein ausser­ge­wöhn­lich hoher Kapitalbedarf. Hohe Staatsdefizite tref­fen auf umfang­rei­che Investitionen in Infrastruktur, Verteidigung, Rechenzentren und Energieversorgung. Gerade der Ausbau der Infrastruktur für künst­li­che Intelligenz erfor­dert erheb­li­che zusätz­li­che Mittel. Die Konkurrenz um Kapital nimmt damit zu und Finanzierungskosten spie­len weiter­hin eine bedeu­tende Rolle.

Bemerkenswert ist, dass die Finanzmärkte diese Unsicherheiten bislang gelas­sen beur­tei­len. Selbst geopo­li­ti­sche Spannungen, hohe lang­fri­stige Zinsen und wech­selnde Erwartungen an die Geldpolitik haben die Risikobereitschaft nur vorüber­ge­hend beein­träch­tigt. Die Kursentwicklung zeigt, dass die Anleger bislang weiter­hin von posi­ti­ven wirt­schaft­li­chen Perspektiven und Unternehmensgewinnen ausgehen.

Diese Ausgangslage trifft jedoch auf Aktienmärkte, die bereits eine starke Entwicklung hinter sich haben. Insbesondere am US-Aktienmarkt bewe­gen sich die Bewertungen auf hohen Niveaus – auch im lang­fri­sti­gen histo­ri­schen Vergleich. Hohe Bewertungen allein sind kein Grund für eine nega­tive Markteinschätzung. Sie lassen jedoch weni­ger Spielraum für Enttäuschungen.

Bewertung des US-Aktienmarktes – Shiller P/E

Mit den gestie­ge­nen Bewertungen hat sich auch das Verhältnis zwischen Chancen und Risiken verscho­ben. Das weitere Aufwärtspotenzial erscheint weni­ger ausge­prägt, während uner­war­tete Entwicklungen bei hohen Bewertungen stär­ker ins Gewicht fallen können. Dies spricht aus unse­rer Sicht nicht gegen Aktien, wohl aber für einen bewuss­te­ren Umgang mit dem einge­gan­ge­nen Risiko.

Taktische Anlageallokation Livalor

Die Aktienmärkte haben von einem günsti­gen Zusammenspiel aus wider­stands­fä­hi­ger Konjunktur, soli­den Unternehmensgewinnen und hoher Investitionstätigkeit profi­tiert. Unsere erhöhte Aktienquote hat uns in diesem Umfeld entspre­chend gut positioniert.

Nach der star­ken Marktentwicklung und ange­sichts der anspruchs­vol­le­ren Bewertungen haben wir beschlos­sen, die Risiken in den Portfolios gezielt zu redu­zie­ren. Wir redu­zie­ren die Aktienquote und erhö­hen die Liquidität sowie die Gewichtung von Anleihen.

Die höhere Liquidität schafft zusätz­li­chen Handlungsspielraum, soll­ten sich an den Märkten wieder attrak­ti­vere Einstiegsmöglichkeiten erge­ben. Die mode­rate Erhöhung der Anleihenquote trägt zu einer ausge­wo­ge­ne­ren Portfoliostruktur bei.

  • Geldmarkt
    Übergewichtete Allokation versus Strategie.
  • Anleihen
    Untergewichtete Allokation versus Strategie.
  • Aktien
    Neutrale Allokation versus Strategie.
  • Alternative Anlagen
    Neutrale Allokation versus Strategie.

Disclaimer. Diese Publikation wird von der Livalor Vermögensverwaltung AG, Zürich und Vaduz, heraus­ge­ge­ben und dient ausschliess­lich der allge­mei­nen Information. Sie stellt weder eine Aufforderung, ein Angebot noch eine ausdrück­li­che oder konklu­dente Empfehlung in Bezug auf einzelne Finanzinstrumente, Emittenten, Sektoren, Märkte oder eine Vermögensallokation dar, noch eine Aufforderung zur Vornahme irgend­ei­ner Transaktion. Beispielhaft beschrie­bene Marktmechanismen dienen ausschliess­lich der Veranschaulichung und bezwecken weder die Identifikation noch die Beurteilung bestimm­ter Unternehmen oder Instrumente. Diese Publikation stellt keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung dar und ist nicht auf die Verhältnisse einzel­ner Empfänger zuge­schnit­ten; vor Anlageentscheidungen empfeh­len wir den Beizug einer quali­fi­zier­ten Fachperson. Durch die Lektüre entsteht kein Kunden- oder Beratungsverhältnis.  Die enthal­te­nen Informationen beru­hen auf Quellen, die wir als zuver­läs­sig erach­ten, ohne dass wir deren Vollständigkeit oder Richtigkeit gewähr­lei­sten. Sie geben den Stand zum Zeitpunkt der Erstellung wieder, können sich jeder­zeit ändern und werden nicht aktua­li­siert. Frühere Marktphasen sind kein verläss­li­cher Indikator für künf­tige Ergebnisse; zukunfts­ge­rich­tete Einschätzungen beru­hen auf Annahmen und sind mit Unsicherheiten verbun­den, sodass tatsäch­li­che Entwicklungen erheb­lich abwei­chen können. Die Livalor Vermögensverwaltung AG und die von ihr verwal­te­ten Portfolios können Positionen in Instrumenten der hier ange­spro­che­nen Art halten. Diese Publikation rich­tet sich nicht an eine bestimmte Rechtsordnung und begrün­det in keiner Rechtsordnung ein Angebot, eine Aufforderung oder die Erbringung von Anlageberatungs- oder Vermögensverwaltungsdienstleistungen. Die Livalor Vermögensverwaltung AG bietet ihre Dienstleistungen ausschliess­lich in Rechtsordnungen an, in denen sie hierzu bewil­ligt ist. Wer diese Publikation abruft oder sich aufgrund davon an uns wendet, handelt aus eige­ner Initiative und ist für die Einhaltung des für ihn gelten­den Rechts selbst verant­wort­lich; eine solche Kontaktaufnahme verpflich­tet uns nicht zur Erbringung von Dienstleistungen. Soweit gesetz­lich zuläs­sig, über­neh­men wir keine Haftung für Schäden, die aus dem Vertrauen auf diese Publikation entste­hen. Eine Vervielfältigung, auch auszugs­weise, bedarf unse­rer vorhe­ri­gen schrift­li­chen Zustimmung.

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