FLASH – REPORT Nr. 3 / 2026
Die Weltwirtschaft hat sich in den vergangenen Monaten trotz zahlreicher Belastungsfaktoren insgesamt widerstandsfähig gezeigt. Geopolitische Spannungen, hohe Finanzierungskosten und handelspolitische Unsicherheiten haben die wirtschaftliche Aktivität bislang weniger stark beeinträchtigt als teilweise erwartet. Die Unternehmensgewinne bleiben solide und umfangreiche Investitionen, insbesondere im Technologiesektor, stützen die Konjunktur.
Auch die Finanzmärkte zeigen sich widerstandsfähig. Nach zwischenzeitlichen Rückschlägen haben sich die Aktienmärkte rasch erholt und teilweise neue Höchststände erreicht. Unterstützt wird diese Entwicklung von soliden Unternehmensgewinnen und der Erwartung, dass sich die Konjunktur trotz bestehender Belastungsfaktoren behaupten kann.
Das wirtschaftliche Umfeld bleibt dennoch anspruchsvoll. Während der Inflationsdruck in der Schweiz vergleichsweise gering ist, hat er international zwar nachgelassen, ist aber nicht vollständig verschwunden. Auch die langfristigen Zinsen bewegen sich in vielen wichtigen Volkswirtschaften weiterhin auf hohen Niveaus. Neue Inflations- und Konjunkturdaten können daher weiterhin zu deutlichen Verschiebungen der Zinserwartungen führen.
Hinzu kommt ein aussergewöhnlich hoher Kapitalbedarf. Hohe Staatsdefizite treffen auf umfangreiche Investitionen in Infrastruktur, Verteidigung, Rechenzentren und Energieversorgung. Gerade der Ausbau der Infrastruktur für künstliche Intelligenz erfordert erhebliche zusätzliche Mittel. Die Konkurrenz um Kapital nimmt damit zu und Finanzierungskosten spielen weiterhin eine bedeutende Rolle.
Bemerkenswert ist, dass die Finanzmärkte diese Unsicherheiten bislang gelassen beurteilen. Selbst geopolitische Spannungen, hohe langfristige Zinsen und wechselnde Erwartungen an die Geldpolitik haben die Risikobereitschaft nur vorübergehend beeinträchtigt. Die Kursentwicklung zeigt, dass die Anleger bislang weiterhin von positiven wirtschaftlichen Perspektiven und Unternehmensgewinnen ausgehen.
Diese Ausgangslage trifft jedoch auf Aktienmärkte, die bereits eine starke Entwicklung hinter sich haben. Insbesondere am US-Aktienmarkt bewegen sich die Bewertungen auf hohen Niveaus – auch im langfristigen historischen Vergleich. Hohe Bewertungen allein sind kein Grund für eine negative Markteinschätzung. Sie lassen jedoch weniger Spielraum für Enttäuschungen.
Bewertung des US-Aktienmarktes – Shiller P/E

Mit den gestiegenen Bewertungen hat sich auch das Verhältnis zwischen Chancen und Risiken verschoben. Das weitere Aufwärtspotenzial erscheint weniger ausgeprägt, während unerwartete Entwicklungen bei hohen Bewertungen stärker ins Gewicht fallen können. Dies spricht aus unserer Sicht nicht gegen Aktien, wohl aber für einen bewussteren Umgang mit dem eingegangenen Risiko.
Taktische Anlageallokation Livalor
Die Aktienmärkte haben von einem günstigen Zusammenspiel aus widerstandsfähiger Konjunktur, soliden Unternehmensgewinnen und hoher Investitionstätigkeit profitiert. Unsere erhöhte Aktienquote hat uns in diesem Umfeld entsprechend gut positioniert.
Nach der starken Marktentwicklung und angesichts der anspruchsvolleren Bewertungen haben wir beschlossen, die Risiken in den Portfolios gezielt zu reduzieren. Wir reduzieren die Aktienquote und erhöhen die Liquidität sowie die Gewichtung von Anleihen.
Die höhere Liquidität schafft zusätzlichen Handlungsspielraum, sollten sich an den Märkten wieder attraktivere Einstiegsmöglichkeiten ergeben. Die moderate Erhöhung der Anleihenquote trägt zu einer ausgewogeneren Portfoliostruktur bei.
- Geldmarkt
Übergewichtete Allokation versus Strategie. - Anleihen
Untergewichtete Allokation versus Strategie. - Aktien
Neutrale Allokation versus Strategie. - Alternative Anlagen
Neutrale Allokation versus Strategie.

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