16. Juni 2026

Wenn Kapital wieder seinen Preis hat

FLASHREPORT Nr. 2 / 2026

Betrachtet man die domi­nie­ren­den Themen an den Finanzmärkten, fällt eine Gemeinsamkeit auf. Ob künst­li­che Intelligenz, Infrastrukturprogramme, Verteidigungsausgaben oder stei­gende Staatsdefizite – fast alle grossen Zukunftsthemen setzen erheb­li­che Investitionen voraus.

Die Aufmerksamkeit rich­tet sich derzeit vor allem auf die Gewinner dieser Trends. Welche Unternehmen profi­tie­ren? Welche Technologien setzen sich durch? Welche Märkte entwickeln sich am dyna­misch­sten? Weniger Aufmerksamkeit erhält dabei ein ande­rer Aspekt: Die Zahl der Akteure, die Kapital benö­ti­gen, nimmt gleich­zei­tig zu.

In den USA hält der Investitionsboom rund um künst­li­che Intelligenz an. Rechenzentren, Energieversorgung und Halbleiterproduktion erfor­dern enorme Mittel. Gleichzeitig bleibt das Staatsdefizit hoch und der Refinanzierungsbedarf beträchtlich.

Amerikas stei­gen­der Finanzierungsbedarf

Auch in Europa verän­dern Verteidigungs-, Energie- und Infrastrukturinvestitionen die Investitionslandschaft.

Viele dieser Investitionen unter­schei­den sich von frühe­ren Investitionszyklen. Der Kapitalbedarf ist nicht nur hoch, sondern bleibt über lange Zeit bestehen.

Auf den ersten Blick haben diese Entwicklungen wenig mitein­an­der zu tun. Gemeinsam betrach­tet führen sie jedoch zu einer stei­gen­den Nachfrage nach Kapital. Lange Zeit spielte dies kaum eine Rolle. Kapital war reich­lich vorhan­den, die Finanzierungskosten tief und die Zentralbanken unter­stütz­ten die Märkte mit einer sehr locke­ren Geldpolitik.

Ob Wachstum finan­ziert werden konnte, wurde vieler­orts als gege­ben voraus­ge­setzt. Heute präsen­tiert sich das Umfeld anders. Die Nachfrage nach Kapital steigt auf mehre­ren Ebenen gleichzeitig.

Dadurch gewinnt auch die Frage an Bedeutung, woher das Kapital für diese Finanzierung kommt. Gleichzeitig werden Investitionsentscheidungen wieder stär­ker von Finanzierungskosten beein­flusst. Projekte, die in einem Umfeld tiefer Zinsen problem­los finan­zier­bar erschie­nen, werden sich zuneh­mend höhe­ren Anforderungen stel­len müssen. Kapital bleibt verfüg­bar, der Wettbewerb um dieses Kapital nimmt jedoch zu.

Für Investoren könnte diese Entwicklung wich­ti­ger werden als die näch­ste kurz­fri­stige Konjunkturprognose. Im Mittelpunkt steht nicht mehr nur, welche Entwicklungen die Zukunft prägen, sondern auch, unter welchen Bedingungen sie finan­ziert werden können.

Bemerkenswert ist dabei, dass die Finanzmärkte bislang nur begrenzte Anzeichen dieser Entwicklung erken­nen lassen. Die Bewertungen in eini­gen Marktsegmenten blei­ben hoch. Neue Börsengänge im Technologie- und AI-Umfeld könn­ten die Begeisterung rund um das Thema zusätz­lich nähren und damit bestehende Trends verlän­gern. Dies gilt insbe­son­dere in Marktsegmenten, in denen hohe Erwartungen bereits heute einen wesent­li­chen Teil der Bewertung ausma­chen. Gerade deshalb erscheint die Frage rele­vant, ob die zuneh­mende Konkurrenz um Kapital bereits ausrei­chend berück­sich­tigt wird.

Für Investoren könnte deshalb entschei­dend sein, wo die besten Ideen entste­hen und woher das Kapital für deren Finanzierung kommt.

Taktische Anlageallokation Livalor

Das aktu­elle Marktumfeld wird weiter­hin von einem posi­ti­ven Momentum getra­gen. Widerstandsfähige Arbeitsmarktdaten wirken dabei unterstützend.

Wir halten daher an einer erhöh­ten Aktienquote fest. Japan und Schwellenländer blei­ben inner­halb der Aktienmärkte unsere Favoriten. Neben struk­tu­rel­len Treibern spre­chen aus unse­rer Sicht auch attrak­ti­vere Bewertungen, eine brei­tere Marktstruktur sowie ein ausge­wo­ge­ne­res Verhältnis zwischen Chancen und Risiken für diese Regionen.

Die Sicherheitsmarge hat sich in einzel­nen Marktsegmenten jedoch redu­ziert. Gerade dort, wo hohe Erwartungen bereits in den Bewertungen enthal­ten sind, blei­ben wir beson­ders aufmerksam.

Vor diesem Hintergrund blei­ben wir konstruk­tiv, gleich­zei­tig aber selek­tiv und diszipliniert.

  • Geldmarkt
    Übergewichtete Allokation versus Strategie.
  • Anleihen
    Untergewichtete Allokation versus Strategie.
  • Aktien
    Übergewichtete Allokation versus Strategie.
  • Alternative Anlagen
    Neutrale Allokation versus Strategie.

Disclaimer: Die in diesem Dokument enthal­te­nen Informationen und Ansichten beru­hen auf Quellen, die wir als zuver­läs­sig erach­ten. Dennoch können wir weder für die Zuverlässigkeit noch für die Vollständigkeit oder Richtigkeit dieser Quellen garan­tie­ren. Diese Informationen und Ansichten begrün­den weder eine Aufforderung noch ein Angebot oder eine Empfehlung zum Erwerb oder Verkauf von Anlageinstrumenten oder zur Tätigung sonsti­ger Transaktionen. Interessierten Investoren empfeh­len wir drin­gend, eine quali­fi­zierte Fachperson zu konsul­tie­ren, bevor sie auf der Basis dieses Dokumentes Entscheidungen fällen, damit persön­li­che Anlageziele, finan­zi­elle Situation, indi­vi­du­elle Bedürfnisse und Risikoprofil, recht­li­che und steu­er­li­che Aspekte sowie weitere Informationen im Rahmen einer umfas­sen­den Beratung gebüh­rend berück­sich­tigt werden können. Diese Publikation ist nicht für Personen bestimmt, die einer Rechtsordnung unter­ste­hen, die die Verteilung dieser Publikation verbie­ten oder von einer Bewilligung abhän­gig machen. Personen, in deren Besitz diese Publikation gelangt, müssen sich daher über etwa­ige Beschränkungen infor­mie­ren und diese einhalten.

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